In letzter Zeit gab es besorgniserregende Berichte über rechtsextreme Aktivitäten in unserer Nachbarschaft.
Wir sind überzeugt:
Unser Stadtteil ist bunt, weltoffen und hält zusammen. Deshalb laden wir alle jung bis alt herzlich zu unserem MitMachMontag am 8. Juni ein.
Was erwartet Euch?
An der Bibliothek Dresden-Bühlau bieten wir Raum für Begegnung und Austausch. Wir wollen nicht übereinander, sondern miteinander reden:
— Vielfältige Mitmachangebote: Kreative Stationen für Kinder und Jugendliche.
— Informationsstände über zivilgesellschaftliches Engagement und wie wir gemeinsam unsere Demokratie vor Ort stärken können.
— Dialog & Austausch: mit Nachbarn und lokalen Initiativen ins Gespräch kommen.
Warum ist das wichtig?
Das Fest ist unsere Antwort auf Intoleranz und Ausgrenzung. Wir wollen sensibilisieren und zeigen, dass die breite Mehrheit in Bühlau und im Hochland für demokratische Werte und ein friedliches Zusammenleben steht.
Kommt vorbei, und setzt gemeinsam ein Zeichen für unsere Nachbarschaft !
Wir freuen uns auf alle ! Gemeinsam für eine weltoffene, und freundliche Nachbarschaft.
exakt | 29.04.2026 „Hochlandjugend“ – Junge Neonazis im Dresdner Umland
Im Dresdner Hochland ist seit Monaten eine junge Neonazi-Gruppe aktiv, fällt vor allem durch Propaganda auf. Anwohner sind beunruhigt, und die Lokalpolitik tut sich schwer, einen Umgang mit der Situation zu finden.
Sächsische Zeitung | 09.06.2026
Danke für 500 Gäste beim MitMachMontag am 08.06.2026 ab 16 Uhr und fast 300 Demobeteiligten ab 18 Uhr!
Sächsische Zeitung | 01.06.2026
Eine Gruppe junger Rechtsextremer sorgt am Dresdner Stadtrand für Einschüchterung, politische Spaltung und Ermittlungen des Staatsschutzes. Viele Menschen reden nur hinter vorgehaltener Hand über die Szene. Doch jetzt formiert sich Widerstand. Von Connor Endt und Kay Haufe
Am Stadtrand von Dresden sorgt eine rechtsextreme Jugendgruppierung für Verunsicherung, gesellschaftliche Spaltung und Ermittlungen des Staatsschutzes. Während viele Anwohner das Thema aus Sorge nur im Geheimen besprechen, regt sich mittlerweile offener Gegenwind in der Bevölkerung.
Im nordöstlich gelegenen Schönfelder Hochland scheint die Welt angesichts blühender Landschaften, grasender Kühe und gepflegter Gärten eigentlich intakt zu sein. Doch seit Wochen gärt am Rande Dresdens ein Konflikt, der die dörfliche Idylle überschattet. Bestimmendes Thema in der Region ist eine rechte Gruppierung junger Menschen, die unter dem Namen „Hochland Jugend“ auftritt – eine Bezeichnung, deren Abkürzung bewusste Parallelen zur historischen Hitlerjugend des NS-Regimes zieht.
Die Akteure machten zuletzt verstärkt durch gezielte Aktionen auf sich aufmerksam. So stießen Bewohner in Gönnsdorf und Pappritz Anfang Februar im eigenen Briefkasten auf rassistische Propagandaflyer mit der Aufschrift „Endlich ein weißes Europa“, versehen mit der Abbildung eines blondes Mädchens und dem Logo der Gruppierung. Auf der Rückseite wurde behauptet, dass sich der Kontinent in einem Krieg befinde, der durch Migration, soziale Ungerechtigkeit und eine vermeintliche multikulturelle Einheitspolitik befeuert werde.
Ihre ideologische Haltung verbergen die Beteiligten nicht. Bei rechten Gegenprotesten im Zuge des Christopher-Street-Days in Bautzen im vergangenen Jahr traten mehrere Personen in Kleidung der „Hochland Jugend“ auf. Zudem finden sich im Schönfelder Hochland verbreitet rechtsextreme Schmierereien und Aufkleber mit einschlägigen Parolen, insbesondere im Umfeld des Fernsehturm-Parkplatzes in Wachwitz.
Mitte Januar 2025 initiierte ein Mitglied der Gruppe, Franz H., ein rechtsextremes Konzert in einem Schönfelder Vereinsheim, das fälschlicherweise als private Geburtstagsfeier deklariert war. Die Dresdner Polizei unterband das Event, bei dem laut Behördenangaben Musiker der als rechtsextrem eingestuften Bands „Volksnah“ und „Kraftschlag“ vor Ort waren. Im Zuge der Auflösung leistete ein 28-jähriger Besucher Widerstand und attackierte einen Polizeibeamten. Die Betreiber des Vereinsheims distanzierten sich im Nachgang, gaben an, von der Ausrichtung nichts gewusst zu haben, und wollen die Räume künftig nicht mehr an Externe vermieten.
Unter den Einwohnern des Hochlands gehen die Meinungen über die Gruppe weit auseinander. Schätzungen zufolge gehören ihr bis zu 30 Personen an, von denen einige noch minderjährig, die ältesten etwa Anfang zwanzig sein sollen. Einem Mitglied wird vorgeworfen, bereits während der Schulzeit Bilder von Adolf Hitler in einem Gruppenchat verbreitet zu haben. Während eine ältere Dame die Jugendlichen als bloße Halbstarke auf Mopeds verharmlost, die lediglich ein bisschen Schmierereien hinterlassen, stuft ein anderer Anwohner im mittleren Alter die Gruppierung als stramm nationalistisch ein. Aus Sorge vor Konsequenzen im bekannten dörflichen Umfeld möchte jedoch niemand namentlich genannt werden.
Diese Ängste sind keineswegs unberechtigt. Tom Keiling, der dem Verein „Zentrum Interkultureller Verständigung“ vorsteht, warnt schon seit Jahren vor den Aktivitäten der Rechten und machte unter anderem die Flyer-Aktion öffentlich. Seiner Ansicht nach müssen solche Vorfälle zwingend benannt, eingeordnet und zurückgewiesen werden. Als Reaktion darauf fand Keiling jedoch Drohungen mit seinem Namen im Fadenkreuz in seinem Briefkasten vor, zudem wurden die Bremsen des Vereinsfahrzeugs mit Schmieröl manipuliert. Aufgrund dieser Vorfälle hat die Polizei Ermittlungen aufgenommen, die wegen der politischen Dimension vom Staatsschutz geführt werden; nähere Angaben zu Tatverdächtigen werden wegen des laufenden Verfahrens derzeit nicht gemacht.
Das Thema beschäftigt mittlerweile auch die Lokalpolitik intensiv, wobei der Ortschaftsrat von Schönfeld-Weißig tief gespalten ist. Ein überparteilicher Antrag von Vertretern der Grünen, der Linken und der SPD forderte im April neben einer Verurteilung der Gruppierung auch die Ausarbeitung einer Gegenstrategie, ein Präventionskonzept sowie regelmäßige Berichte der Ortsvorsteherin über polizeiliche Erkenntnisse. Eine Mehrheit fand letztlich jedoch nur die symbolische Verurteilung der Aktivitäten. Ortsvorsteherin Manuela Schreiter von der Wählervereinigung „Wir für’s Hochland“ lehnte alle weiteren Punkte ab. In diesem Zusammenhang stehen auch familiäre Verstrickungen im Raum, da ein Foto existiert, auf dem Schreiters Sohn den Hitlergruß zeigt, wenngleich eine formelle Mitgliedschaft in der Gruppierung nicht nachgewiesen ist; eine entsprechende Anfrage ließ die Ortsvorsteherin unbeantwortet. Im offiziellen Mitteilungsblatt der Gemeinde verteidigte sie die Ablehnung des Antrags und betonte, man wolle die Prävention stattdessen durch etablierte lokale Netzwerke stärken, während sie gleichzeitig kritisierte, dass die Diskussion medienwirksam genutzt werde, um das demokratische Miteinander im Ort anzuzweifeln.
Kritik an einer Strategie des Totschweigens kommt vom sächsischen Finanzminister und CDU-Landtagsabgeordneten Christian Piwarz, dessen Wahlkreis die Region umfasst; er sieht die Debatte im Rat lediglich als Auftakt. Der lokale CDU-Vorsitzende Felix Stübner sorgt sich zudem um den Ruf und den Fortbestand der Gemeinden, da eine klare Abgrenzung gegen Extremismus verpasst worden sei und andere Ortsvorsteher die Eigenständigkeit gefährdet sähen. Angesichts der Situation suchte die Ortsverwaltung Unterstützung bei der Stadt, woraufhin Anfang Mai ein Vernetzungstreffen zur Extremismusprävention mit Behörden, Schulen und zivilgesellschaftlichen Akteuren stattfand. Auch auf Landesebene ist das Thema im Landespräventionsrat unter der Leitung von Innenminister Armin Schuster angekommen. Die Behörden ermitteln seit der Flyer-Aktion gegen Unbekannt wegen des Verdachts der Volksverhetzung und der Verwendung verfassungswidriger Kennzeichen, obgleich der sächsische Verfassungsschutz die Gruppe mangels hinreichender Belege bislang nicht als erwiesen extremistische Bestrebung einstuft, die Entwicklung aber genau beobachtet.
Den lokalen Sozialarbeitern waren die Jugendlichen, die durch Aufkleber, verfassungsfeindliche Symbole und auffällige Kleidung im öffentlichen Raum auffielen, schon weit vor der öffentlichen Debatte bekannt, wodurch im Rahmen der Jugendhilfe erste Kontakte geknüpft werden konnten, wie Dresdens Bildungsbürgermeister Jan Donhauser erklärte. Seitdem die Problematik jedoch im Fokus der Öffentlichkeit steht, habe sich die Gruppierung aus dem öffentlichen Raum zurückgezogen, sodass ein pädagogischer Zugang zu den Betroffenen derzeit nicht mehr möglich sei. Weiterführende Informationen zu den Entwicklungen und zum zivilgesellschaftlichen Engagement sind auf der Plattform https://bunteshochland.de zu finden.
Buntes Schönfelder Hochland Dresden — Schönfeld-Weißig, ist eine Initiative von »HOPE – fight facism«, engagierten Anwohnern und zivilgesellschaftlichen Gruppen für »weltoffene kunter-bunte Vielfalt!« Foto: Victor Smolinski — über 270 Demo-Beteiligte am MitMachMontag 08.06.2026.
In Dresden-Bühlau hat sich seit längerer Zeit ein beständiger Gegenprotest zu den dortigen »Montagsspaziergängen« etabliert, der maßgeblich von der Initiative »HOPE – fight racism« sowie engagierten Anwohnern und zivilgesellschaftlichen Gruppen getragen wird. Unter dem Motto »Bühlau geht spazieren? Wir auch!« versammeln sich die Teilnehmer fast jeden Montag gegen 17:30 Uhr an der Bautzner Landstraße, meist direkt gegenüber der Bibliothek Bühlau, um dem Aufzug der Gegenseite bereits am Startpunkt einen sichtbaren demokratischen Widerspruch entgegenzusetzen.
Das Hauptziel dieses Protests ist es, dem öffentlichen Raum eine klare Absage an rechtsextreme, verschwörungsideologische und pro-russische Positionen zu erteilen, die das Spektrum der »Spaziergänger« – darunter Akteure der AfD, der »Freien Sachsen« oder der »Hochlandjugend« – prägen. Dabei kritisieren die Gegendemonstranten insbesondere die aus ihrer Sicht stattfindende Instrumentalisierung von Symbolen wie der Friedenstaube oder »Schwerter zu Pflugscharen« für eine völkische Agenda.
Hintergrund dieser Auseinandersetzung ist die Tatsache, dass die »Spaziergänge« in Bühlau bereits seit über 200 Wochen stattfinden und sich von ehemaligen Corona-Protesten zu einem Sammelbecken für demokratiefeindliche Strömungen entwickelt haben. Der Gegenprotest versteht sich daher als notwendiges Korrektiv, um eine Normalisierung dieser Gruppen im Dresdner Osten zu verhindern. Aktuelle Informationen zu den Treffpunkten und Zeiten finden Interessierte wöchentlich in der offiziellen Versammlungsübersicht der Stadt Dresden oder über die Social-Media-Kanäle der Initiative HOPE.
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V.i.S.d.P.: Jessica Roitzsch
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